Haben Pornodarsteller Spaß am Sex?

Hachjaaa… Wenn ich doch bei dieser Frage jedes Mal ein Euro bekommen würde, ich hätte wohl einen schönen, langen Urlaub.
*Lach*… Neeeein, meinen Job mache ich ja nicht nur um meine Brötchen zu verdienen, sondern weil ich meinen eigenen Spaß daran habe. Das beantwortet im Grunde auch schon zum Teil die Frage, aber ich möchte selbsverständlich nicht mit Details geizen und meine Meinung dazu in die Welt tragen…

Ich habe viele Jobs. Ich bin Webcam Girl, Domina, Darstellerin und Photomodel. Und das alles als Vollzeitberuf. Ich beschäftige mich somit sehr oft mit Sex in meinem Alltag, auch wenn ich mich natürlich nicht rund um die Uhr vor laufender Kamera in heiße Posen schmeiße oder die Peitsche schwinge.

Kommen wir aber zu der allbeliebten und oft gestellten Frage wieder zurück: haben Männlein und Weiblein in unserer Branche überhaupt Spaß beim Sex? Schließlich beschäftigen wir uns beruflich ja 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche damit mit allem was dazugehört, vom Drehen bis hin zu Marketing-Krams.

Sieht nach Yoga aus


Man unterscheide Sex und SEX

Zunächst möchte ich definieren, dass Sex nicht unbedingt gleich Sex ist. Das heißt selbst wenn ich mir sechs Stunden bei einem Dreh vor der Kamera die Pussy rubbeln oder von jemand anders bespielen lassen würde, es wäre nicht dasselbe wie im privaten Leben. Vor der Kamera muss ich schließlich Profi sein und kann mich nicht so weit fallen lassen um es in vollen Zügen zu genießen. Da achte ich eher auf Kamerabewegung und die verschiedenen Perspektiven, wie ich gerade mein Bein anwinkle und wie die kleine Haarsträhne hinter meinem Ohr liegt oder ob ich versehentlich wieder Lippenstift von meinen Lippen geknabbert und auf meinem Kinn verteilt habe. Das ist auch in einem Webcam Chat nicht viel anders. Ich achte sehr auf optische Sachen und versuche auch den Dirty Talk per Ton oder Text aufrecht zu erhalten. Beim selbstbefriedigen ein Roman schreiben zu müssen? Hmmm gar nicht mal so einfach der Gedanke, oder? Das betrifft auch die Sessions in einem Studio, wo ich jeden einzelnen Schritt im Kopf durchgehen muss und Ideen kreire.

Selbstverständlich habe ich trotzdem Spaß, echte Emotionen und Erregung! Es ist nur eben anders. Im privaten Leben mache ich mir um all die Dinge selten einen Kopf. Da gebe ich mich meiner eigenen Lust viel schneller, länger und intensiver hin und genieße die schönen Momente…


Ganz normaler Drehtag


Alles für die Mäuse?

Jaaa da frage ich mich wiederum ob DAS der Grund für den Verlust der Leidenschaft beim Sex in der Pornografiebranche sei? Oft höre ich, dass die (Cam-)Gäste teils auf Damen treffen, wo man das Gefühl hätte lediglich als Zahlmittel zu taugen. Mit anderen Worten: einige Damen haben es nur auf Euer Geld abgesehen und spulen ein 0815 Fließbandprogramm ab. Hauptsache sie kassieren. Leider gibt es innerhalb der Branchen immer schwarze Schafe, die genauso denken und handeln…

Ok. Geld ist natürlich in jedem Beruf wichtig und ohne können wir nicht leben… aaaaber es ist noch längst nicht der einzige Schlüssel zum Glück. Mir ist es viel wichtiger einen angenehmen Job ausüben zu können, mich am Arbeitsplatz wohl zu fühlen, mir meine Zeiten selbst einteilen zu können sowie Spaß und Freude dabei zu haben. Ja auch dann, wenn ich längere Arbeitswoche habe als viele bei ihrem normalen Job. Irgendwie ist mir trotz alle dem das Gefühl wichtig zur Arbeit zu kommen oder mich an den Rechner daheim zu setzen und zu denken: „Hey klasse! Du kannst gleich dies und das und jenes erledigen“. Mir hingegen graust es eher vor dem Gedanken über meine eigene Moral oder die eigenen Grenzen für ein paar lockere Mäuse zu springen.
Ausserdem könnte ich eine Sache so wirklich gar gar gar nicht mehr machen (tatsächlich auch aus Erfahrung): ich könnte nicht mehr einen Job ausüben, wo ich nur Stunden bis zum Feierabend zählen würde oder die Minuten bis zur nächsten Pause oder die Tage bis zum Wochenende oder Wochen bis zum nächsten Urlaub. Das deutet eher auf einen Job, den man nicht mag und da bin ich der Meinung kein Geld der Welt kann dieses alltägliche Dilemma kompensieren.


Venus


Beine breit und nur Sex im Kopf?

Meiner Meinung nach sollte man jeden Beruf so ausüben, dass man was positives darin findet und vor allem auch dahinter stehen kann. Ob als Tellerwäscher, Pornodarstellerin oder Schornsteinfeger. Wir alle haben unsere Gründe warum wir das tun was wir tun und der schönste Grund ist es das aus Leidenschaft zu tun, oder?
Da wusste der gute alte Konfuzius eine perfekte Weisheit dazu aus dem Bart zu schütteln und ich muss ihm für diese danken. Auch wenn ich finde, dass man es eher umgedreht betrachten sollte: Den Beruf zum Hobby machen und nicht andersrum.

So vertrete ich seit einiger Zeit eben diese Meinung! Ich sehe meine Arbeit nicht als Arbeit an. Ich habe keine „Montage“ mehr und mich stört es nicht wenig Freizeit zu haben. Ich habe nie nie nie Langeweile und schöpfe meine Motivation in meiner eigenen Arbeit. Und nein, damit meine ich natürlich nicht die Beine-breit-Arbeit. Somit bin ich fest davon überzeugt, dass diese Einstellung vermeiden wird Freude an der Sexualität zu verlieren und ich denke das beantwortet die Frage aus meiner Perspektive sehr gut.

In der Hoffnung euch wieder ein mal gut unterhalten zu haben,
Alissa

„Mache Dein Hobby zum Beruf, dann brauchst Du ein Leben lang nicht arbeiten“Konfuzius

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