Wacken 2017 – Teil 1

Liebes Tagebuch, heute berichten wir über unsere Ereignisse auf dem guten alten Metal-Festival namens Wacken! Wir haben dort sehr viel Schönes erlebt, zusammen Freudentränen gelacht und uns tapfer durch Matsch und Schlamm gekämpft um zu den heiligen Pforten des Walhalla-Infields zu gelangen. Wir lauschten den himmlischen Tönen der Metal-Bands, spürten die Gänsehaut auf unseren den Körpern und erblickten die Bühnen voll mutiger kämpfender Wikinger, monströsen „Kreatoren“ und spukig angehauchten Horrorshows. Trotz Gewitter, Pannen und Regen erlebten wir ein paar geniale Tage, welche uns stets in Erinnerung erhalten bleiben…

Öhm jaaa… mit anderen Worten: Fuck! Das war ein mega geiles Wacken-Festival und wer neugierig ist zu erfahren was wir wo, wie und wann getrieben haben, sollte sich unser Tagebuch dazu durchlesen. Achja… mit „wir“ sind natürlich Leah Obscure und ich gemeint. Den ersten Teil des Tagebuchs findet ihr hier bei mir im Blog und die Auszüge aus unserem Freitags und Samstags Wacken-Tagebuch gibt es dann bei Leah nachzulesen. Viel Spaß damit!


Wenn schon Bier, dann wenigstens Trooper!

Wenn schon Bier, dann wenigstens Trooper!


Mittwoch: 01.08.2017

2:00 Uhr
Das laute Teufelsgebrühl des Weckers klingelt uns aus dem Bett und trotz unmenschlich früher Zeit springen wir eilig aus den warmen kuscheligen Federn. Schließlich ist Wacken nur ein Mal im Jahr und da kann man auch mal ein paar Stündlein früher aufstehen, um noch rechtzeitig zur Akkreditierung zu kommen und einen der guten Zeltplätze zu ergattern.

3:00 Uhr
Bis auf die Minute pünktlich, mit ohrenbetäubender vorfreudiger Metalbeschallung und einem großen Becher Kaffee in den Händen geht es auf Richtung Schleswig-Holstein!

7:11 Uhr
Yeah! Akkreditierung glücklich und dazu noch mit nur 3 Mann vor uns überstanden und einen superguten Zeltplatz erwischt. Der Wagen ist auch in einer perfekten auf-dem-Rückweg-wieder-auspark-Position und keine 100 m weit von den Duschen entfernt im Gras geparkt. Wie wir erfuhren war dort um 9.00 Uhr die Hölle los und die Schlange deutlich länger.


Erster Tag... hach da waren die Schuhe noch so schön sauber :D

Erster Tag… hach da waren die Schuhe noch so schön sauber 😀


9:17 Uhr
Seit 9 Jahren kein Zelt mehr aufgebaut, aber das ist quasi auch wie Fahrrad fahren – man verlernt es einfach nicht. Ein paar Heringe hier und da und schon steht das Ding. Öhm nuja, ganz so schnell war es nicht, wir haben schon ein bisschen gebraucht. Aber zugegeben: ohne eine Aufbauanleitung ist es auch gar nicht so einfach und wir sind froh unseren Freund dabei zu haben!*lach*
Whatever. Das rudimentäre Schlafgemach der nächsten Tage steht und alle Zeltaufbauer können nun zum Frühstückszelt um sich wohlverdient mit lecker Rührei, belegten Brötchen und Nachschub an Kaffee zu versorgen. Hier und da sieht man die ersten bekannten Gesichter und im Herzen macht sich ein ganz warmes Gefühl von Wohlfühlsein breit… Hallo Wacken! Wir sind angekommen!

11:05 Uhr
Einmal noch den Spiegelcheck, die Klamotte sitzt, die 3 Liter Kaffee kämpfen munter gegen die Müdigkeit und der Weg zum Shuttlebus ist auch noch human. Kein Schlamm weit und breit und die Schuhe sehen auch noch aus wie frisch poliert.

12:20 Uhr
Erster Stop im VIP Zelt bei Dave von Oktoberpromotion. Endlich können wir ihn persönlich kennen lernen und ihm kräftig auf die Schultern klopfen. Tatsächlich ist Dave derjenige, der uns den letzten nötigen Schubs gegeben hat sich noch kurzfristig Wacken Karten zu organisieren – trotz unseres Arbeitsstresses. Danke Mann! Manchmal braucht man einfach einen leichten Tritt in die richtige Richtung.
Nebenbei genießen wir unseren ersten Nicht-Kaffee-Drink (Fuck, schmeckt dieses Maracuja-Jägermeister-Zeugs geil!) bevor wir auf die erste Erkundungstour gehen. Was gibt es denn eigentlich Neues im Wacken? Neugierig schauen wir uns um und gehen nochmal das Running Order der bevorstehenden Veranstaltungen durch.

13:28 Uhr
Nach dem ersten Rundgang geht’s zurück zum Zelt um sich ein wenig zu stärken (trinken auf leeren Magen ist selbst für einen Metalhead keine gute Idee) und nebenbei kann man sich gleich die Kutte überziehen um Petrus ja keine Schadenfreude zu gönnen.



16:27 Uhr
Zeit für einen Jägermeister-Slush! Leute, wer dieses göttliche Getränk noch nicht kennt, sollte dies schleunigst nachholen… sensationell und selbst der wärmste der Jägermeister ist im Nullkommanichts Dank der Beigabe des eisgekühlten Slushs perfekt temperiert! Bei uns Dead Chicks ist es übrigens mittlerweile ein Traditionsgetränk und gehört für uns zu Wacken dazu, wie für andere ein Horn voll Met oder ein Krug voll Bier. Lediglich die Mischung aus Jägermeister und Maracuja soll ihn am Ende übertrumpfen… hmmmmmm oder ob es einfach nur am Jägermeister liegt? Den kann man sicher noch in etwaigen anderen Kombis genießen… das muss unbedingt für 2018 getestet werden.

16:45 Uhr
Pünktlich zum traditionellen Einstand der Wacken Firefighters heißt es im Kanon: Wacken, Wacken, Feuerwehr! Die Menge brüllt vor Freude, überall sieht man fröhliche mit Bartwuchs bedeckte Gesichter, anstossende Trinkhörner und spätestens wenn man angetrunkene Heavy Metal Fans zu deutschen Schlagern mitgröhlen hört, weiß man: Wacken hat offiziell begonnen!

17:09 Uhr
„Engel in Schwarz“ – Ja man meint es kaum, aber die gibt es. Wenn man mit der Szene nicht vertraut ist (und ich glaube für die sonstige Gesellschaft sehen wir sicher auch oftmals so aus als müsste man dringend die Strassenseite wechseln wenn man uns des Nachts begegnet) kann man uns schon mal falsch einschätzen, aber Metalheads sind nicht nur schwer in Ordnung, sondern haben manchmal auch ein schweres Herz. Die Bestätigung erhält man wenn man sich mit den Wacken-Seelsorgern (!) unterhält, die sich unter die feiernden Menschenmengen mischen und den Besuchern mit Rat und einem zuhörenden Ohr und Trost zur Seite stehen. Im Ernst. Diese professionell ausgebildeten Psychologen haben in Wacken tatsächlich viel zu tun. Wir finden das mega!

20:13 Uhr
Tja der Kaffee lässt langsam nach und der Jägermeister entwickelt sich hinterrücks zu einem Schlummertrank. Kurzum. Das frühe Aufstehen ist dann doch härter zu spüren als wir wollen und bevor wir Gefahr laufen irgendwo mitten in einem Konzert einzuschlafen, wandern wir lieber zurück zum Camp um uns ein bisschen aufs Ohr zu hauen. Aber nur kurz wohlgemerkt.


Die Kutten sitzen und vom Rasenwuchs ist auch noch was zu sehen...

Die Kutten sitzen und vom Rasenwuchs ist auch noch was zu sehen…

21:15 Uhr
Ohren und Beine ausgeruht, also Zeit um „Annihilator“ einen Besuch abzustatten. Sehr geil und bei dem Intro zu ‚Alison Hell‘ aus den guten alten späten 80ern wird einem das Ankommen in Wacken erst so richtig bewusst. Spätestens hier kommt feinste Metal-Musik mit ins Spiel!

23:22 Uhr
Hmmm… drei Sachen, die zu einer guten abendlichen Unterhaltung im Wackinger Village gehören? Na klar! Gute Musik (Metal wäre nicht verkehrt), Feuer und heiße Frauen. Mit einem Wort: Pyrohex. Leider müssen die Mädels mit ihrer Show auf den Schaukampfplatz der Mittelaltertruppe ausweichen. An sich gar nicht so übel, da man auf diese Weise das ganze aus einer guten Perspektive und von allen Seiten betrachten kann. Andererseits ist eben dieses Set mit einer Soundanlage ausgestattet, die jeden Techniker der Faster, Harder & Louder Bühnen zu einem verzweifelten Heulkrampf bringen würde. Schade drum, denn die Show braucht ordentlich Krach auf den Boxen, um die ganze Power aufzubauen, aber nichts desto trotz legt das Team eine ausgezeichnete Show hin und lässt sich nichts anmerken.
Im ganzen Chaos hat man nur leider kaum Zeit um Shelly D’Inferno „Hallo“ zu sagen. Liebe Shelly, unsere Gespräche holen wir noch ein anderes Mal nach…

00:27 Uhr
Puuuh… Die Schlange zum Shuttle Bus schlägt locker die zum Official Merchandise Stand im Innenbereich, also warten wir gar nicht erst auf den Bus und erproben die Begehbarkeit der Fußwege zurück zum Camp. Schlamm ist immer noch nicht vorhanden, auch wenn die Wettervorhersage für den nächsten Tag nicht mehr ganz so rosig aussehen sollte.

Donnerstag: 03.08.2017

03:50 Uhr
Doofe Wettervorhersage. Doofer Petrus. Wach werden und feststellen, dass die Welt um einen herum untergeht. Kurz noch in Gedanken durchgehen, ob man die Gummistiefel auch tatsächlich eingepackt hat und nach dem mentalen, grünen Haken sich beruhigt wieder auf die Seite legen und bei prasselndem Regengeräusch auf dem Zeltdach einschlafen.

08:29 Uhr
Der Regen lässt kurz Gnade walten, also nutzen wir diese um eilig duschen zu gehen und uns wach zu kriegen. Anschließend gut frühstücken, sich die Augenringe weg schminken und schon sieht die Welt trotz dem üblich-gewohntem Wacken-Matsch ein bisschen besser aus.

11:05 Uhr
Puuh. Nach einem guten Frühstück und vollem Bauch zum Metal Yoga. Fuck, wessen Idee war das denn bitte? Egal. Bei der Überraschung am und vor allem der Stimmung im Zelt vergisst man schnell seine Problemchen und staunt darüber was für eine Menge sich da angesammelt hat. Vorhin ist man noch am frieren und nach ein paar Metal Yoga Moves wird es einem ganz warm. Da hast du es Regengott, du alte Schnapsnase!
Wer sich nun gar nichts drunter vorstellen kann: Das Wort Yoga bedeutet hier tatsächlich Yoga. Der Unterschied ist nur, dass man hierbei nicht den rhythmischen Klängen einer sanften Flöte lauscht, sondern sich ordentlich hartes Metal um die Ohren knallen lässt. So wird das ganze zu einem Power Workout und ist nicht nur gesund, sondern macht auch noch Spaß und bereitet die Muskeln schon mal auf einen richtig langen Tag vor.

12:10 Uhr
Kaffee Nr. 2 und es geht Richtung Presse Zelt um sich mit dem Filmteam von shz.de zu treffen. Wir klären kurz ab was genau wir nun drehen werden und verabreden uns mit dem Team für den nächsten Tag. Die Spannung steigt und man ist in heller Vorfreude auf die ersten Konzerte, die einen erwarten.


Wer braucht schon Sonne, wenn man so viel Schlamm haben kann?

Wer braucht schon Sonne, wenn man so viel Schlamm haben kann?


13:24 Uhr
Raus aus den Gummistiefeln, raus aus den Sportklamotten und rein in die provisorische Zeltküche, um den Magen nach dem Yoga Workout zu beruhigen und sich 2 min später drüber freuen, dass das heftige Gewitter einen gerade so im Zelt erwischt hat. Wir warten das Unwetter ab und stellen schon mal wieder vorsichtshalber die Gummistiefel bereit. Spätestens als uns das Zelt nahezu vom Boden abhebt und es anfängt rein zu regnen, sind wir uns sicher, dass auch die Regencapes unbedingt mitkommen möchten.

15:47 Uhr
Nach dem heftigem Gewitter erscheinen tatsächlich noch ein paar verirrte Sonnenstrahlen, also nutzen wir diese um uns wieder zurück ins Getümmel zu bringen und sich die VR-Vorstellung „Welcome to Wacken“ von Banger Films anzuschauen. Nils und Dave von Oktober Promotion, sowie Craig Mailman von Banger Films erklären uns die Funktionalität der VR-Brille und was es mit dem Film auf sich hat. Der 23minütige 360° Streifen, begeistert uns auf Anhieb, denn man kann bei jedem Schauen stets was Neues entdecken, aus verschiedenen Perspektiven verschiedene Szenarien erblicken, mit einer Drohne ‚fliegen‘ und sich obendrein Bonusmaterial freischalten. Wow! Tolle Sache und absolut empfehlenswert!

18:05 Uhr
Wir schauen kurz ins Netz und checken die Nachrichten. Öhm die Tagesschau verkündet in ihrem Bericht über Wacken, dass auch hier die Angst vor einem Terror-Anschlag präsent sei. Was? Wie bitte? Wir merken davon absolut gar nichts und fragen einige Leute um uns herum was sie davon halten würden und ob da was Wahres dran ist. Bis auf ein paar Security Menschen der älteren Generation sind alle gleicher Meinung: „Quatsch! Wir lassen uns den Metal doch nicht von der Angst vor einem Anschlag verderben…“ Recht haben sie…!

20:07 Uhr
In der Menge laufen wir Axel One und Marco Pogo von Turbobier über den Weg und entscheiden uns spontan „Accept“ für einen gemeinsamen Drink sausen zu lassen… Und auf dem Weg zum Biergarten merken wir: Joa, der Wackenschlamm ist da.
Also ab in den Beergarden und den sympathischen Wienern lauschen.


Amon Amarth rocken ordentlich die Bühne und versetzen einen ins Walhalla <3

Amon Amarth rocken ordentlich die Bühne und versetzen einen ins Walhalla <3


21:30 Uhr
Auf dem Rückweg zur Night to Dismember schnappen wir doch noch ein paar Musikfetzen der letzten 10 min vom orchestralen Bühnen-Inferno von „Accept“ auf und klopfen uns innerlich über den eigenen Musikgeschmack lobend auf die Schulter. War wohl auch ein geiles Konzert und wir merken: zu viele gute Sachen laufen parallel.
Im Bullhead Circus-Zelt herrscht hingegen eine düstere Atmosphäre. „Batushka“ erlebt sein Debüt auf Wacken und legt eine sensationell spannende Bühnenpräsenz hin. Mega gute Musik, die zwar in den heimischen Boxen ein Stück weit besser und vielfältiger klingt, aber auch mit nur 90%igem Ton für Gänsehaut (insbesondere bei Alissa) sorgt. Danke Männer! Da kann sich die eine oder andere weit bekanntere Band eine dicke Scheibe von abschneiden!

22:34 Uhr
„Napalm Death“ hingegen überzeugt unsere Ohren nicht so und so nutzen wir es um den „Corvus Corax“ einen Besuch abzustatten und ein wenig runter zu kommen.

00:42 Uhr
Eeeeeendlich im Zelt und Schuhe ausziehen… tut das gut!

Wie Ihr seht, waren die ersten zwei Tage schon mehr als turbulent! Weiter geht’s bei Leah Obscure auf der Webseite mit Tag 3 und 4.

Und wer noch immer nich genug hat und sich das ganze visuell anschauen möchte, kann sich gerne unser YouTube Video dazu ansehen… dort erklären wir nicht nur was zu dem VR-Wacken-Film, sondern erzählen Euch was über unsere Top 3 der Erlebnisse, Konzerte und so weiter! Viel Spaß beim schauen :).

Cheers
Eure Alissa


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